Der  N a r z i s s m u s

 

 

Seine Ursachen und Früchte

in der Katholischen Kirche

 

 

Hat Papst Franziskus überzogen, als er in seiner Weihnachtsbotschaft 2014 unter den fünfzehn Krankheiten der Kurie an erster Stelle den Narzissmus genannt hat?

 

 

 

 

 

 

 

I n h a l t

 

 

Vorbemerkung

 

Der Narzissmus im „Dritten Reich“

Wir sind etwas Besonderes

 

Der Narzissmus aus der Sicht von Wissenschaftlern

 

Ursachen narzisstischer Fehlentwicklung

 

Narzisstische Persönlichkeitsstörungen

 

Der Narzissmus in der Katholischen Kirche

 

Papst Franziskus prangert den Narzissmus als Krankheit in der Katholischen Kirche an

 

Infektionstheorie

 

Durch den Zölibat bist du etwas Besonderes

 

Persönliche Erfahrungen und Überlegungen

 

Verdrängen der Wahrheit

 

Größenwahn, Überheblichkeit und Neid

 

Neid und Missgunst

 

Gesteigertes Verlangen nach Anerkennung

 

Narzisstische Selbstverliebtheit

 

Unterschiede zwischen dem Herrn und seinen Dienern (auch im Erscheinungsbild)

 

Als Besondere frei von Irrtümern

 

Das Sakrament der Krankensalbung

 

Die Hoffnung auf Rettung für ungetauft gestorbene Kinder

 

Narzisstische Besonderheiten bei der Feier der heiligen Eucharistie

 

 

Resümee

          Der Narzissmus, ein wesentliches Hindernis für eine erfolgreiche Kirche

 

 

 

 

 Vorbemerkung:

 

Bei dieser Arbeit geht es nicht um eine exakte wissenschaftliche Arbeit, auch nicht um das Anprangern von Kirchenmännern, sondern um die Benennung von Verhaltensweisen und Ursachen, die nach Meinung des Verfassers der Botschaft Christi entgegen stehen und ein Überdenken rechtfertigen. Diese Arbeit beruht u. a. auf den Erfahrungen eines kirchlichen Mitarbeiters mit einer mehr als zwanzigjährigen „Berufserfahrung“. Mit diesen persönlichen Erlebnissen (die bei weitem nicht die einzigen sind) soll dargelegt werden, dass die Aussagen des Heiligen Vaters, Papst Franziskus, über den Narzissmus in der Katholischen Kirche absolut keine Übertreibungen sind und der Narzissmus eine Krankheit ist, die der Kirche enorm schadet.

 

 

Der Narzissmus im „Dritten Reich“

- Wir sind etwas Besonderes -

 

Nachstehende Ausführungen basieren auf dem Dokumentationsfilm „Verbrechen Liebe“ nach dem gleichnamigen Buch von Thomas Muggenthaler, gesendet durch das Bayerische Fernsehen am 21. 01. 2015

 

Der Dokumentationsfilm berichtet von polnischen Zwangsarbeitern und Arbeiterinnen in Deutschland während der Zeit des zweiten Weltkrieges, die einen deutschen Partner geliebt hatten und aus deren Beziehung (Liebe) ein Kind hervorgegangen ist. Diese polnischen Frauen wurden u. a. in das Konzentrationslager (KZ) Ravensburg eingeliefert. Vorher wurde mit jenen ein Spießrutenlauf veranstaltet. Es wurden jenen dazu die Haare abgeschnitten und ein Schild mit der Aufschrift „Polendirne“ oder „Ich bin ein Polenschwein“ umgehängt. So wurden sie durch die Straßen des Aufenthaltsortes geführt, begleitet von Gespött und anderem Spektakel. Den betroffenen polnischen Männern erging es ähnlich. Manche kamen ebenfalls ins Konzentrationslager. Andere wurden öffentlich im Beisein anderer Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen aus den umliegenden Orten erhängt. Allein im Staatarchiv Amberg sind 22 derartige Hinrichtungen dokumentiert. Den „gefallenen“ Frauen wurden deren Kinder weggenommen und anderen Familien zugeteilt. Der Grund für diese Vorgehensweise: Die Polen waren in den Augen der Nationalsozialisten Deutschlands slawische Untermenschen und für die „Nazis“ rassisch minderwertig. Die arische Rasse wurde als etwas Besonderes betrachtet und die Bevölkerung schon von Kindheit an entsprechend belehrt. Zur Durchsetzung dieses Größenwahns war jedes Mittel recht.

Männer und Frauen, die sich auf Partner anderer Nationalitäten einließen wurden auch auf öffentlichen Plätzen an Masten gebunden. Über den Köpfen der „Übertreter“ wurde ein Schild angebracht auf dem stand: „Ich bin ein Rasseschänder.“ „Ich bin ein Verräter an der Volksgemeinschaft.“ Der arischen Rasse des Dritten Reiches wurde auf diese und andere Art und Weise immer wieder bewusst gemacht, dass sie etwas Besonderes ist. Abweichler und Andersdenkende wurden von den Mächtigen mundtot gemacht.

 

Papst Franziskus über den Narzissmus:

Dies ist die Krankheit derer, die sich in Herren verwandelten, um sich über allen und nicht im Dienst aller fühlten. Diese Krankheit entstamme oft der „Pathologie der Macht“, dem „Komplex, sich erwählt zu fühlen“, dem Narzissmus.

 

 

 

Der   N a r z i s s m u s   aus der Sicht von Wissenschaftlern

(Bei diesen Aussagen wurde u. a. auf Wikipedia v. 10./12.03.2015 zurückgegriffen)

 

 

Ursachen und Merkmale des Narzissmus

 

 

Ursachen narzisstischer Fehlentwicklungen

 

Nach Theodore Millon und Roger Davis haben manche Menschen in ihrer frühkindlichen Entwicklung unzureichende Liebe und Anerkennung von ihren Eltern oder anderen Bezugspersonen erhalten, sie leiden oft lebenslang darunter und geben ihre Reaktionen auf ihre Entbehrungen an andere weiter. Andere wiederum erlebten eine Kindheit, in der sie und ihre Wünsche im Mittelpunkt standen, z. B. ihre Talente oder Ziele übermäßig bewundert wurden. Nicht selten schwanken diese Kinder zwischen einem übersteigerten (Selbst-)Bild und der Furcht, den Fremdansprüchen (resultierend aus der übermäßigen Bewunderung) nicht zu genügen.

Der innerseelische Mechanismus des Kindes lautet „Ich bekomme meine lebenserforderliche Liebe für (etwa) meine Talente und Besonderheiten.“, oder „Ich muss viel dafür tun, um geliebt zu werden.“

Es existiert keine einheitliche Vorstellung über die Ursachen oder die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen.

Die Entwicklung der gesunden und gestörten Persönlichkeit wird als Ergebnis komplexer Wechselwirkungen aus Umweltfaktoren (Eltern, soziales Umfeld) und Anlagefaktoren (genetisch) gesehen.

 

Narzisstische Persönlichkeitsstörungen

 

Verhaltensweisen, die von der Psychologie als narzisstische Charakterstörungen eingeordnet werden, können auch vorübergehend auftreten und dann wieder verschwinden. Diese psychologische Deutung versteht den Narzissmus als ein Leiden (Krankheit), weil Betroffene Schwierigkeiten haben, Objektbeziehungen zu führen. Sie versuchen ihr Gegenüber zu kontrollieren und suchen nach ständiger Bestätigung ihrer Grandiosität, da sie sich ohne diese leer fühlen.

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung zeichnet sich durch ein gesteigertes Verlangen nach Anerkennung und Überschätzung der eigenen Fähigkeiten aus. Betroffene suchen ständig neue Bestätigung, um ihr Selbstwertgefühl weiter zu stärken.

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung werden oftmals als arrogant, überheblich, snobistisch oder herablassend beschrieben. Betroffene sind immer auf der Suche nach Bewunderung und Anerkennung, wobei sie anderen Menschen oft wenig echte Aufmerksamkeit schenken. Es fällt ihnen schwer, auf die Bedürfnisse anderer Menschen einzugehen und sie verfügen über ein unrealistisches Selbstbild, wodurch sie unfähig sind, sich anzunehmen. Sie haben ein übertriebenes Gefühl von Wichtigkeit, hoffen eine Sonderstellung einzunehmen und zuverdienen.

Narzisstische Personen sind gekennzeichnet durch einen Mangel an Einfühlungsvermögen und Überempfindlichkeit gegenüber Kritik, was sie mit einem großartigen äußeren Erscheinungsbild zu kompensieren versuchen. Häufig hängt das mit ihrem brüchigen Selbstwertgefühl zusammen. Die Goldene Regel „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu“ ist Narzissten fremd. Sie behandeln Mitmenschen so, wie sie selbst nicht behandelt werden möchten. Sie besitzen einen Blick für das Besondere, können leistungsstark (in Schule, Beruf, Hobby) sein und haben oft gepflegte und statusbewusste Umgangsformen.

Narzissten überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten und können aus Neid und Missgunst zerstören, was andere Menschen aufgebaut haben. Sie zeigen eine auffällige Empfindlichkeit gegenüber negativer Kritik, die sie oft global verstehen, was in ihnen Gefühle der Wut, Scham oder Demütigung hervorruft. Häufig wird deshalb, gerade im familiären Bereich oder Freundeskreis, ein Netz aus Intrigen gesponnen, um sich ins rechte Licht zu rücken. Dies geschieht meist aus Selbstschutz und Angst vor weiterer Kritik. Hierbei werden durch teils erfundene oder übertriebene Geschichten kritische Menschen herabgestuft. Die Wahrnehmung für tatsächliche Begebenheiten ist zudem oft stark verschwommen und wird zugunsten der narzisstischen Persönlichkeit entweder geschönt oder es werden Teile der Realität bewusst verfälscht oder weggelassen, um das Ziel der Anerkennung wiederherzustellen. Häufig wird hier auch mit großem Selbstmitleid gearbeitet und ein Jammern und Flehen eingeflochten, um die Fürsorge der Mitmenschen zu wecken und die Unschuld zu bekräftigen. Die Pseudologie, der krankhafte Drang zum Lügen, ohne Schuld- und Schamgefühle, zählt zu den Ausdrucksformen narzisstischer Persönlichkeitsstörungen.

Der Narzisst lügt, um sich Zuwendung, Anerkennung und Geltung zu sichern oder seinen Willen durchzusetzen.

Für Außenstehende ist es sehr schwer, die Wahrheit innerhalb der Intrigen zu erkennen, da bei der narzisstischen Persönlichkeit meist eine ausgefeilte und sehr subtile Lebenstaktik, die hart erarbeitet wurde, dahinter steht. Erhalten Betroffene genug Selbstvertrauen durch ihre Umwelt, sind sie in der Lage, große Erfolge zu erzielen.

Narzissten erleben andere Menschen schnell als potenzielle Konkurrenten, als Gefahr für ihre eigene Größe und Selbstherrlichkeit. Üben Narzissten eine leitende Funktion aus, leiden die Untergebenen sehr; wenn möglich entziehen sie sich ihrem Einfluss.

Als Psychoanalytiker und Sozialphilosoph übertrug Erich Fromm in kritischer Auseinandersetzung mit Freud die psychoanalytischen Begriffe vom Individuum auf die Gesellschaft. Er bezeichnete Narzissmus als Gegenpol zur Liebe und unterschied neben dem Narzissmus des Einzelnen auch den Gruppennarzissmus.

Narzissten neigen laut Fromm dazu, einen Bezug zu ihrer Umwelt dadurch zu gewinnen, dass sie Macht über sie erlangen.

 

 

 

 

Der  N a r z i s s m u s  in der Katholischen Kirche

 

Papst Franziskus prangert den Narzissmus als Krankheit in der Katholischen Kirche an

 

Es ist schon fast wie ein Wunder, dass ein Mann wie Papst Franziskus mit seiner einfachen, schlichten, bescheidenen, ungekünstelten, liebevollen, ehrlichen, volksnahen Art an die Spitze der Römisch Katholischen Kirche gewählt (berufen) worden ist, obwohl es eine Reihe von Persönlichkeiten gibt, die sich sicher auch für geeignet fühlten, diese Aufgaben wahrzunehmen wie man immer wieder aus den diversen Sach- nicht Macht- Diskussionen namhafter kirchlicher Persönlichkeiten entnehmen könnte. Wenn man Papst Franziskus hört braucht man kein Theologiestudium, um ihn zu verstehen. Wenn ich an meine Kindheit und Jugend denke, so waren lateinische Sätze in den Predigten keine Seltenheit, die für das ungebildete Volk natürlich sofort übersetzt worden sind, lateinische Weisheiten, die den Ungebildeten immer wieder bewusst machten, auf welch niedrigem Niveau sie sind und wen sie vor sich haben. Papst Franziskus hat auch keine Hemmungen, gravierendes Fehlverhalten seiner Mitarbeiter anzuprangern, um sie zu einem evangelium-konformeren Verhalten zu motivieren. Er redet nicht drum herum, sondern spricht die Ungereimtheiten gegenüber der Botschaft Christi unmissverständlich an. So spricht er bei seinem Weihnachtsempfang der römischen Kurie 2014 offen von den fünfzehn Krankheiten der Kurie.

Dabei nennt der Heilige Vater gleich an erster Stelle den Narzissmus.

„Eine Kurie, die nicht zur Selbstkritik fähig ist, die sich nicht erneuert, die nicht versucht sich zu verbessern, ist ein kranker Leib“. „Dies ist die Krankheit derer, die sich in Herren verwandelten, um sich über allen und nicht im Dienst aller fühlten. Diese Krankheit entstamme oft der Pathologie der Macht, dem Komplex, sich erwählt zu fühlen, dem Narzissmus“ (www.kath.net/news/48790). Wenn nun aber Papst Franziskus öffentlich den Narzissmus in seiner unmittelbaren Umgebung anprangert, dann kann man sich vorstellen wie groß dieser sein muss. Da gibt es keinen Grund mehr zur Beschönigung.

 

 

Infektionstheorie

 

Ich denke aber, dass die Erreger dieser Krankheit „Narzissmus“ nicht aus einer dunklen Wolke über dem Vatikan vom Himmel gefallen sind. Die Infektion mit diesen „Krankheitserregern“ hat bereits auf unterer, wenn nicht unterster Ebene stattgefunden. Natürlich ist der Vatikan ein guter Nährboden für die größtmögliche Entfaltung dieser Krankheit.

Die zusammengefasste Darstellung des Narzissmus durch den Heiligen Vater deckt sich wesentlich mit der wissenschaftlichen Definition narzisstischer Persönlichkeitsstörungen wie sie u. a. Wikipedia veröffentlicht hat. Die Wissenschaft geht davon aus, dass diese Persönlichkeitsstörungen ihren Ursprung oft schon im Elternhaus haben können. Sie können aber auch durch das Einwirken des Umfelds eines Menschen entstehen durch das Vermitteln des Gedankens, etwas Besonderes zu sein, durch begleitende Personen).(!)

 

 

Durch den Zölibat bist du etwas Besonderes

 

Persönliche Erfahrungen und Überlegungen

 

Bei einem Primizmahl, zu dem ich geladen worden bin, erklärte ein zur Priesterweihe anstehender Kandidat gegenüber einem anderen Gast, der mit an unserem Tisch saß, auf dessen Frage hinsichtlich der Problematik des Zölibats:

„Wegen eines sieben- bis zehnminutigen Vergnügens lohnt es sich nicht zu heiraten.“ (Ergänzendes hierzu unter dem Abschnitt: Größenwahn, Überheblichkeit und Neid.)

Ist denn die Ehelosigkeit ein Blankoscheck für den Himmel? Kaum vorzustellen, dass die Eltern des jungen Mannes ihm diese Erkenntnis vermittelt haben. Oder stammt dieses Wissen aus dessen Umfeld, von dessen begleitenden Personen? Welche Vorstellungen haben eigentlich so manche zölibatär lebende Priester von Ehe und Familie ungeachtet mancher salbungsvoller Worte bei den kirchlichen Trauungen?

Nur so nebenbei:

Erschöpft sich die Ehe in der sexuellen Begegnung der Partner, deren Folgen dann zu einer Familie führen? So gesehen kann man verstehen, wenn Papst Paul II. und Papst Benedikt XVI. es gestattet haben, dass wiederverheiratete Geschiedene, die Eucharistie empfangen können, wenn jene u. a. auf sexuelle Kontakte verzichten (sh. Kap. 84 Familiaris Consortio). Ist also eine Ehe ohne Sex in den Augen der Katholischen Kirche keine Ehe (und bei wiederverheirateten Geschiedenen kein Ehebruch)?

Waren dann Maria und Josef mangels sexueller Kontakte (sh. Lk 1,34!) nicht verheiratet? Und trotzdem spricht der Engel von Maria als der (Ehe-)Frau Josefs (sh. Mt 1,20), obwohl Maria eine sexuelle Liebesbezeugung von Anfang an abgelehnt hat!

Und dazu noch eine weitere Überlegung:

Wenn ein katholischer Priester sich in eine Frau verliebt und aus dieser Beziehung ein Kind hervorgeht, muss er seinen priesterlichen Dienst beenden, wenn er die Mutter dieses Kindes (auch zu dessen Wohl) heiratet. (Er ist nichts Besonderes mehr.) Er kann jedoch Priester bleiben, wenn er auf den Trauschein verzichtet. Ist das Wohl des Kindes, das in Familiaris Consortio betont worden ist, nur bei wiederverheirateten Geschiedenen von Belang?! „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ (Mt 9,13)!, das wäre wirklich etwas Besonderes.

 

 

Verdrängen der Wahrheit, eine weitere narzisstische Persönlichkeitsstörung

 

Aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen hinsichtlich des Narzissmus geht auch hervor, dass Menschen mit diesen Persönlichkeitsstörungen keine Hemmung haben, die Wahrheit zu unterdrücken, wenn Gefahr besteht, dass ihr Ansehen darunter leiden könnte. Um Recht zu behalten verweisen manche hinsichtlich des (Bedingungs-)Zölibats für Priester gerne auf die Tradition und ignorieren die Überlieferung durch das Evangelium, wonach Jesus den verheirateten Mann, Simon Petrus, sogar zu einem federführenden Apostel gemacht hat. So schreibt Papst Benedikt XVI. in seinem nachsynodalen Schreiben SACRAMENTUM CARITAS vom 01. 01. 2006: „Die Tatsache, dass Christus, der ewige hohe Priester, selber seine Sendung bis zum Kreuzesopfer im Stand der Jungfräulichkeit gelebt hat, bietet einen sicheren Anhaltspunkt, um den Sinn der Tradition der lateinischen Kirche in dieser Sache zu erfassen“ (Nr. 24 aaO). Hat also der Sohn Gottes mit der Erwählung des verheirateten Petrus (sh. Mk 1,29-31) seine Vorbildfunktion für die Apostel verkannt, so dass ihn die Nachfolger der Apostel Jahrhunderte bzw. Jahrtausende nach seinem Tod noch belehren und verbessern müssen? Und darauf ist man offensichtlich auch noch stolz?! Oder kann man auch von einer Tradition der lateinischen Kirche sprechen, keine Irrtümer zugeben zu wollen?

Wann beginnt eigentlich diese Tradition der Ehelosigkeit katholischer Priester, wenn noch im 16. Jahrhundert die Päpste eigene Kinder hatten und nicht nur von einer Frau?! Kann denn die Tradition des (Bedingungs-)Zölibats, die erst Jahrhunderte nach Christi Tod (1064?!) ihren Anfang genommen hat und die den Vorgaben widerspricht, die Jesus bei der Auswahl seiner Apostel getroffen hat, eine Verpflichtung zur Fortsetzung beinhalten, vor allem dann, wenn man immer wieder betont, den Vorgaben des Herrn folgen zu wollen?

 

(Nebenbei bemerkt: Es gab auch eine Tradition in der lateinischen Kirche, die bis Benedikt XVI. eingehalten worden ist, dass Päpste ihr Amt ausüben bis dass der Tod sie davon trennt. Traditionen sind für federführende katholische Persönlichkeiten offensichtlich nur dann wichtig, wenn sie den eigenen Absichten dienen. Stehen Traditionen dem eigenen Interesse entgegen, so können sie ohne weiteres übergangen werden, auch wenn sie Jahrhunderte lang beachtet worden sind. - Was für ein Opfer erbringt ein em. Papst mit seinem Gebet für die Kirche im Gegensatz zum Opfer, das Papst Johannes Paul II. bis zu seinem Tod erbracht hat?! Wie groß war der "Schaden" für die Katholische Kirche, den Papst Johannes Paul II.  verursacht hat, weil er sein Amt trotz seiner schweren Krankheit nicht nieder gelegt hat?! Nicht menschliche Kräfte und menschliche Weisheit bringen die Kirche voran, sondern allein Gottes Macht und Weisheit sichern ihr Bestand und seinem Wort sollte auch dahingehend geglaubt werden. Die Kirche ist von Gott weder als Wirtschaftsunternehmen noch als Beamtenapparat mit Pensionsansprüchen gewollt. Sie hat sich allein an Christus zu orientieren - das gilt im besonderen, wenn man sich zum Stellvertreter Christi auf Erden wählen lässt. Angesichts der zur Amtsniederlegung geäußerten menschlichen Überlegung der Befürworter müsste man sich fragen, ob Jesus die richtige Entscheidung bezüglich seines Opfertodes getroffen hat, oder ob es für die Ausbreitung des Glaubens nicht besser gewesen wäre, wenn er noch viele Jahre gebetet, gepredigt und Wunder gewirkt hätte?? .)  

 

Das Beispiel, das der Sohn Gottes hinsichtlich der Wahl des verheirateten Petrus gegeben hat, lässt sich auch nicht durch diese Aussage eines „geweihten“ Professors der Theologie "auf der blauen Couch" im Bayerischen Rundfunk entkräften: „Wenn die Kirche so ein Charisma preisgeben würde, würde sie etwas Wesentliches preisgeben, was ihr im Laufe der Jahrhunderte zugewachsen ist.“ Es wurde aber von ihm keine Aussage getroffen, durch wen dieses „Charisma“ der Kirche zugewachsen ist. Oder musste der Heilige Geist im Laufe der Jahrhunderte ergänzen, was bei der Wahl der ersten Apostel durch Gottes Sohn „schief gelaufen“ ist?

Leidet bei solchem Verhalten hoher Würdenträger nicht auch der Glaube des Volkes an die wahrheitsgetreue Interpretation der Bibel durch die Vertreter der Kirche sowie das Vertrauen in die Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit des Trägers eines hohen kirchlichen Amtes und in die Bedeutung des ihm nicht selten anhaftenden hohen akademischen Grades?!

Was haben diese Leute von Jesus gelernt? Wie ist Jesus mit der alten Tradition seines Volkes hinsichtlich des Scheidebriefes umgegangen, der die Entlassung der Ehefrau aus der Ehe rechtfertigten sollte?! Wohl war Jesus zivilberuflich gesehen nur ein Zimmermann im Gegensatz zu vielen Hirten in der Nachfolgerschaft seiner Apostel.

Man hat offensichtlich auch als Diözesanbischof keine Hemmungen zu behaupten, dass es keinen Priester mehr (zusätzlich) geben würde, wenn die katholische Kirche den (Bedingungs-)Zölibat aufheben würde. Vielleicht sollten sich jene Propheten mehr mit den Tatsachen beschäftigen und sich für die Lebensläufe von verheirateten pastoralen Mitarbeitern und Ständigen Diakonen interessieren und erforschen, aus welchem Grund manche das Priesterseminar verlassen haben, oder was der eine oder andere Lehrer, ehe es diese „neuen“, kirchlichen Berufe gegeben hat, vor Beginn seines pädagogischen Studiums, studiert hat? Ich kenne bereits mehrere Lehrer, die wegen ihrer Liebe zu einer jungen Frau ihr Theologiestudium beendet haben (mussten). Aus ihnen sind vorbildliche Familienväter geworden; sie wären mit Sicherheit auch gute Seelsorger gewesen. Für wie dumm muss man das katholische Volk einschätzen, wenn hohe kirchlicher Würdenträger mit solchen Argumenten überzeugen wollen?

(Wer hier die Unwahrheit sagt, der sagt sie vielleicht auch in anderen Bereichen.) - Verdrängen der Wahrheit, um

keine Verirrungen zugeben zu müssen? - Oder sind es keine Verirrungen, wenn Menschen Gottes Sohn (im Hinblick auf seine Anforderung bezüglich der Eignung als Apostel und Vorgänger der Bischöfe) korrigieren  wollen? -

Um Recht zu behalten, scheuen sich hohe katholische Würdenträger auch nicht, auf den personellen Engpass der evangelischen Kirche zu verweisen, da dort (obwohl dort) verheiratete Männer problemlos Pfarrer werden können. Der Vollständigkeit halber sei hier aber zu überlegen gegeben, wie groß erst die Personalnot der evangelischen Kirche wäre, wenn sie das zölibatäre Leben ihrer Pfarrer zur Bedingung machen würde. Aber an diesem Ergebnis ist man von katholischer Seite wahrscheinlich nicht so sehr interessiert, damit keine unbrauchbaren Schlussfolgerungen gezogen werden. Oder ängstigt man sich vor den Problemen, die verheiratete Priester mit sich bringen könnten, die der Sohn Gottes bei der Wahl des verheirateten Petrus möglicher weise nicht bedacht haben könnte? Natürlich kann auch die Ehe eines Priesters zerbrechen.

Sind also schwule Geistliche das kleinere Übel, auch wenn Paulus sagt, wer heiratet sündigt nicht?! Glaubt man den Aussagen des Heiligen Vaters, Papst Franziskus, über die Existenz schwuler Geistlicher sogar im Vatikan (sh. DIE WELT v.

12.06.13: Papst sieht „Schwulen-Lobby“ im Vatikan am Werk – Zitat: „Es ist die Rede von der ‚Schwulen-Lobby‘, und es stimmt. Es gibt sie.“ ), so drängt sich die Erkenntnis auf, dass es leichter ist, als Schwuler Kurienkardinal zu werden, als als verheirateter Mann Kaplan im kleinsten Dorf. (Es lohnt sich, hier nicht sofort weiter zu lesen, sondern diesen letzten Satz nochmals zu lesen und zu überdenken). Hat diese Seilschaft Angst, an Boden zu verlieren, wenn verheiratete Priester nachrücken würden?

Wie geradezu krankhaft das Verhalten mancher Konzilsteilnehmer noch beim letzten Konzil (II. Vat.) gegenüber verheirateter Männer im Klerus war, zeigt sich auch darin, dass als wichtigstes Argument gegen die Wiedereinführung des Ständigen Diakonats der Zölibat war (sh. Gerhard Ludwig Müller, Der Diakonat, Entwicklung und Perspektiven, S. 50).

Bischof Edward Kevin Daly schrieb in seinen Memoiren: „Ich frage mich immer häufiger, warum der Zölibat der entscheidende, heilige und unverrückbare Aspekt des Priesteramtes sein soll. Warum nicht Frömmigkeit, Überzeugung im Glauben, die Fähigkeit im modernen Zeitalter zu kommunizieren, Ehrlichkeit, Integrität, Bescheidenheit, Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Respekt für Mitmenschen, Mitgefühl und Fürsorge?“

 

Die Zulassung verheirateter reifer Männer zum Dienst des Priesters und damit der Wegfall des (Bedingungs-)Zölibats wäre ein entscheidender Beitrag zur Bekämpfung des Narzissmus im Klerus der Katholischen Kirche, denn für den Gedanken, etwas Besonderes zu sein, wäre mehr wenig Raum.

Wenn Größenwahn, Geltungssucht und Neid dadurch reduziert worden sind, könnte sich wieder ein ehrlicher Zölibat für jeden, der diese Lebensform anstreben will, neu entwickeln.

 

 

Größenwahn, Überheblichkeit und Neid –

ein weiteres Indiz für die Krankheit "Narzissmus"

 

Nach Aussage von Psychoanalytikern erleben Narzissten andere Menschen schnell als potenzielle Konkurrenten, als Gefahr für ihre eigene Größe und Selbstherrlichkeit.

 

Auszug aus meinen Brief an Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, Vatikanstaat, nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI.

 

„… Als Bischof Manfred Müller kurze Zeit vor seinem Ausscheiden als Bischof von Regensburg die Dekanate gebeten hat,

Wortgottesdienstleiter zu benennen und auszubilden, damit in den Pfarreien, die mit Priestern nicht mehr besetzt werden können, wenigstens Wortgottesdienste stattfinden, kamen aus dem Kreis der Priester folgende Wortmeldungen: „Da könnten ja die Leute sagen: Auch gut!“ Ein anderer ergänzte: „Welcher junge Mann will dann noch Priester werden?“ (Ehrlicher hätte die Aussage gelautet: Welcher junge Mann will dann noch das Opfer des Bedingungs-zölibats auf sich nehmen?) Und ein dritter: „Was wollt ihr nur mit eurer trockenen Messe?“ (Anmerkung: gemeint war: die hl. Kommunion ohne Blut Christi). Ich fragte mich, was ist die Ursache für so viel Neid, so viel Überheblichkeit? Ist ein Unternehmer in der freien Wirtschaft neidisch auf gute Mitarbeiter! Warum kann so mancher Pfarrer sich nicht über gute Mitarbeiter freuen, warum benimmt er sich wie ein Platzhirsch gegenüber einem Nebenbuhler? Dem Unternehmer geht es um seinen Betrieb; er will, dass der Betrieb wächst. Dem Priester …Geht es vielen Priestern überhaupt noch um die Sache des Herrn? (Ich weiß, dass es auch noch einige vorbildliche Priester gibt.) Meine Vermutung bestätigte sich bald darauf als ich zu einem Primizmahl eingeladen worden bin und mit zwei Priesteramtskandidaten, einem Mönch und einigen Laien am gleichen Tisch saß. Auf die Frage eines Laien nach dem Zölibat antwortete ein Priesteramtskandidat: „Wegen eines sieben- bis zehnminütigen Vergnügens lohnt es sich nicht zu heiraten.“ Obwohl ich verheiratet bin beteiligte ich mich nicht an der Diskussion sondern dachte mir: Hat der junge Mann bereits so viele Erfahrungen gesammelt, dass er diese Aussage treffen kann oder haben ihm dieses Wissen andere vermittelt? Ich glaube, dass man dessen Eltern als ,Weisheitslehrer´ wohl ausklammern kann. Ich denke aber, dass es vielmehr mit jenen zusammen hängt, die den ,Bedingungs-Zölibat´ dem Nachwuchs schmackhaft machen wollen. Welche geradezu krankhafte Vorstellungen haben diese Leute von Liebe, Ehe und Familie? Und wenn ich daran denke, dass dieser junge Mann heute vor jungen Brautpaaren steht und über Liebe spricht … Wenn man sarkastisch wäre, würde man fragen: Müssen wir deshalb um christliche Familien beten, damit die ,Dummen' in den Gemeinden nicht aussterben und auf ihre Art weiter für den Priesternachwuchs sorgen?! Ich bin nicht für die Abschaffung des Zölibats. Ich habe sogar große Achtung vor Jenen, die diese Lebensform gewählt haben und auch leben. Aus den gemachten Erfahrungen bin ich aber der Überzeugung, dass der Bedingungs-Zölibat nicht der Sache des Herrn dient, sondern dass die dadurch erzeugte Überheblichkeit ihr schadet. Der Apostel Paulus sagt: Wer heiratet sündigt nicht. Kann man das auch vom Größenwahn behaupten? Gegenüber einem Ihrer früheren Mitarbeiter brachte ich meine Verwunderung zum Ausdruck, dass ein Pfarrer nicht sagen kann: Würdest du bitte dies oder jenes übernehmen. Worauf ich zur Antwort bekam: „Dies können sie nicht erwarten.“ Ich frage Sie: Warum hat denn Jesus noch in den letzten Stunden vor seiner Gefangennahme (nur!) den Aposteln die Füße gewaschen (und niemand anders aus seiner Anhängerschaft)?; doch nicht darum, damit jeder Dorfpfarrer am Gründonnerstag irgendwelchen Damen und Herren seiner Gemeinde auch die Füße waschen kann! Er nimmt mit dieser Handlung die Rolle Jesu ein, ohne zu bedenken, dass dieses Zeichen Jesu in erster Linie ihm gilt und nicht den von ihm erwählten Laien. Was hat er begriffen? Diese Handlung sollte für die Apostel absolut kein Zeichen der Hochachtung sein (darum führte er diese Waschung nicht vor der Öffentlichkeit aus). Es deutet eher auf seine mit den Aposteln gemachte Erfahrung (vgl. Lk 9,46-48) und vielleicht auch auf den Weitblick des Herrn hin, auf die Gefahr, die er voraussah.“

Nebenbei bemerkt: Bis heute wurde mir nicht einmal der Eingang meines Briefes an den Erzbischof und heutigen Kurienkardinal bestätigt. Ich schrieb Papst Franziskus eine Bemerkung zu seiner ersten Enzyklika worauf in relativ kurzer Zeit eine Antwort bei mir einging.

 

 

Neid und Missgunst

sind eine Begleiterscheinung des Größenwahns der Narzissten.

 

Ein afrikanischer Priester wurde in einer Pfarrei unseres Bistums als Vertreter des erkrankten Pfarrers eingesetzt. Durch seine Freundlichkeit zu Kindern und Erwachsenen war er beliebter als der erkrankte deutsche Pfarrer, was sich auch beim Gottesdienstbesuch der Gläubigen zeigte. Er wurde vom Ordinariat abberufen. Ihm folgte wieder ein afrikanischer Priester.

Diesem wurde vom erkrankten Pfarrer, der bald darauf in den Ruhestand ging, u. a. sogar untersagt, die Kinder im Gottesdienst beim Vater-unser-Gebet im Altarraum zu versammeln.

Narzissten geht es nicht um die Liebe zum andern (die sie für sich selbst schon gerne einfordern), sondern um die Befriedigung des eigenen „Egos“. - Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, ist offensichtlich kein Gebot für Narzissten.

 

 

Gesteigertes Verlangen nach Anerkennung

-JESUS CHRISTUS gegen narzisstische Tendenzen-

 

Zu den bereits vorgebrachten Beispielen, die sich zum Teil überschneiden, noch eine Bemerkung zu dem gesteigerten Verlangen nach Anerkennung.

Ich zweifle nicht daran, dass jeder Mitarbeiter des Herrn (insbesondere der geistliche) ein von Gott Erwählter ist. Trotzdem ist dies eine nicht ungefährliche Erkenntnis, vor allem dann, wenn sie immer wieder durch alle möglichen Personen ins Gedächtnis gerufen wird, um gewisse Ziele zu erreichen. Sie dient nämlich nicht nur dazu, die eigene Berufung und die damit verbundenen Verpflichtungen nicht zu vergessen, sondern fördert enorm auch den Größenwahn: Ich bin etwas Besonderes. (NB: Auch der Apostel, Judas Iskariot, der Jesus verraten hat, war ein von Gott Erwählter.) Wer aber auf Grund dieser Erkenntnis (ein Erwählter und damit etwas Besonderes zu sein) sich abgehoben hat, der hat einen Fehlstart hingelegt. Auch das jüdische Volk wurde von Gott erwählt, war Gottes Volk. Und trotzdem hatte auch dieses Volk seine Schwächen und versagte trotz vieler mahnender Propheten. Es war im Grunde nicht besser als andere Völker, nichts Besonderes. Wohl hatte es den besonderen Auftrag, was es von Gott empfangen hat, zu bewahren und weiter zu geben, und damit Gottes Existenz zu bezeugen.

Der Apostel Paulus stellt die „besondere Berufung“ ins rechte Licht: Was hast du, das du nicht empfangen hättest? Wenn du es aber empfangen hast, warum rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen (1Kor 4,7). Ein Satz, der nicht nur für die Professoren der Theologie gesagt worden ist.

Obwohl Jesus Gottes Sohn war und ist, hat er sich nicht in narzisstisches Fahrwasser begeben und wollte auch keine narzisstisch ausgerichteten Jünger. Darum wusch er als Sohn Gottes seinen Jüngern sogar deren Füße (sh. Joh 13,5). Er verlangt von jedem Jünger, dass er selbst nach getaner Arbeit zu sich sagen soll: Wir sind nur unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan (sh. Lk 17,10). Statt dessen werden zur Neumotivierung Ehrentitel verliehen wie z. B. Bischöflich Geistlicher Rat, Prälat, Monsignore (wodurch nicht zuletzt daran erinnert werden soll, dass man doch etwas Besonderes ist), denn unbefriedigte Geltungssucht führt zur Lustlosigkeit und zum Frust.

Gerne nehmen manche (auch noch im hohen Alter) Ehrenbezeichnungen (Dr. c.) von Universitäten als Bestätigung ihrer Grandiosität entgegen. Was hast du, das du nicht empfangen hättest?! Sind sie nicht alle, soweit deren Erkenntnis richtig ist, Plagiatoren Gottes? Sie geben mit ihren Worten wieder, was Gottes Geist sie erkennen ließ, was sie von Gott empfangen haben. Wem allein gebühren also Ehrungen und Dank?!

 

„Wer von Gott berufen ist, brüstet sich nicht, sucht nicht nach Anerkennung und vorübergehendem Applaus, fühlt sich nicht einen Rang aufgestiegen und behandelt andere nicht, als würde er auf einer höheren Stufe stehen“

(Papst Franziskus am 12.07.2015 – kat.net/news/51320).

 

Dazu Auszüge aus dem „Kampf der Gladiatoren“ der Kirche vor der Bischofssynode 2015: „Eine Bischofskonferenz sei keine Filiale Roms.“ – Das Kontra des Anderen: „Der Präsident der Bischofskonferenz ist nicht mehr als ein technischer Moderator“, etc . (Anm. aus der Apostelgeschichte: „Seht doch, wie sie einander lieben.“)

 

Narzisstische Personen sind gekennzeichnet durch einen Mangel an Einfühlungsvermögen und Überempfindlichkeit gegenüber Kritik, was sie mit einem großartigen äußeren Erscheinungsbild zu kompensieren versuchen (Auszug aus Wikipedia über Narzissmus v. 10./12.03.2015).

 

 

Narzisstische Selbstverliebtheit

Du bist etwas Besonderes, wir sind – sichtbar - etwas Besonderes

 

Aber nicht nur durch Ehrentitel muss dieses Bewusstsein gefördert werden, sondern auch durch die  „Dienstkleidung“. Welch ein Prunk, welch ein Kult wird da nicht selten zur Schau gestellt, obwohl Gott selbst darauf keinen Wert legt. Bringt dies nicht Gott bei der Erwählung des David klar zum Ausdruck indem er sagt, dass er nicht auf das Äußere der Menschen schaut, sondern ins Herz (sh. 1Sam 1,7)? Wem will man also dann mit den kostbaren Gewändern imponieren?! Wenn man aber Gott ähnlich werden wollte, dann nur durch das besondere Herz (sh. auch 1Sam 13,14) und nicht durch das Tragen prunkvoller liturgischer Kleidung.

Aufgrund der auffälligen Kleidung der Schriftgelehrten und Pharisäer sagt Jesus analog zu 1Sam 1,7: Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt und sie wollen in der Synagoge die vordersten Plätze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben (Mk 12,38).

Gott aber lässt sich nicht von den Äußerlichkeiten beeindrucken, sondern sieht ins Herz (sh. Ezechiels Vision dieser Webseite). Doch für manche ist er (Gott) offensichtlich weit weg; sie aber leben im Hier und Jetzt.

 

 

„Demut ist notwendig für die Fruchtbarkeit. Hochmut macht steril “

(Aus der Predigt von Papst Franziskus am 19. Dezember 2013)

 

 

Unterschiede zwischen dem Herrn und seinen Dienern auch im Erscheinungsbild

 

In der Vision des Ezechiels (Ez 1,4 ff) bedeckten die Cherubim (Engel) mit ihren Flügeln ihren Leib (Ez 1,11; 1,23). Die Engel als Boten Gottes hatten ihr Äußeres buchstäblich in den Hintergrund gestellt. Ein ähnliches Bild vermittelt Jesaja bei der Beschreibung der Seraphim. Diese Engel verdeckten sogar ihr Gesicht (Jes 6,2). Wie wichtig ist also das Aussehen der Boten Gottes?!

Um die Unterschiede zwischen dem Herrn (Sohn Gottes) und seinen Dienern zu verdeutlichen reicht der Vergleich des äußeren Erscheinungsbildes.

 

 

D e r    M e n s c h    -    Kardinal R. L. B.

 

Der Jünger des Herrn mit Schleppe und Hermelinpelz. - Der Diener des Herrn in Dienstkleidung

 

 Der Herr und Sohn Gottes 

 

in seinem priesterlichen Gewand, 

einem schlichten, weißen Gewand (Albe),

mit einem ausstrahlenden Herzen und

einer segnenden Hand.

 

Das Bild des höchsten Priesters, wie er gesehen werden will (nach einer Vision der heiligen Sr. Faustina vom 22.02.1931), als der barmherzige Jesus. -

 

Der erfolgreichste Menschenfischer ohne kostbaren

Fischerring.

 

Der treueste Diener seines himmlischen Vaters ohne Treuering

( - Gott vertraut nicht den Schmuckstücken von Menschen - ).

 

Der beste Hirte ohne kunstvollen Hirtenstab.

 

Der König des Himmels und der Erde ohne Tiara, Mitra oder Krone.

 

 

 

Als Jesus die zwölf Apostel erwählte (Lk 6,12 - 16), steckte er ihnen weder einen Ring an den Finger noch wies er sie an, als Apostel besondere Kleidung (Uniform) zu tragen, obwohl die Priester des Jerusalemer Tempels in besonderer Kleidung auftraten. Er kritisierte die Schriftgelehrten und Pharisäer: Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewänder lang, ... (Mt 23,5). Jesus wollte nicht, dass seine Jünger und Apostel durch ihr Äußeres auffallen sondern wie er, durch ein "Liebe ausstrahlendes Herz".  Darf eine Tradition des Größenwahns das Vorbild des Herrn entkräften?

Papst Cölestin (5. Jahrhundert): "Mir ist lieber, man erkennt die Priester an ihrem Lebenswandel, als an ihrer Kleidung."

 

 

 

       Als "Besondere" frei von Irrtümern ?

 

-Weitere Beispiele im Umgang mit der Wahrheit-

 

Manchmal drängt sich die Vermutung auf, dass manche Persönlichkeiten der Kirche denken oder gedacht haben, wenn bekannt wird, dass in der Vergangenheit etwas schief gelaufen ist, so wird unsere Unfehlbarkeit infrage gestellt und damit auch die eigene Aussage und Glaubwürdigkeit angezweifelt. Darum dürfen auch keine Irrtümer ans Licht kommen sondern müssen bis zum „Geht- nicht-mehr“ verteidigt werden. Außerdem darf man seinen Gönnern (oder der Seilschaft) auch nicht um der Wahrheit Willen nicht in den Rücken fallen.

Dazu zwei Beispiele:

 

Das Sakrament der Krankensalbung: (sh. auch Unterseite "Kranken-salbung" dieser Webseite)

1.Das Konzil von Trient, dessen Aussagen nach wie vor Gültigkeit haben, hat festgelegt: Wer sagt, die Letzte Ölung (Anm.: heute als Krankensalbung bezeichnet) sei nicht wahrhaft und eigentlich als Sakrament von Christus, unserem Herrn eingesetzt (vgl. Mk 6,13) und von seinem Apostel Jakobus verkündet worden (vgl. Jak 5,14) …, der sei mit dem Anathema (Anm.: Kirchenbann) belegt (DS 1716). Im Widerspruch dazu steht u. a. im Vorwort zum Jakobusbrief der Einheitsübersetzung der Bibel, dass der Jakobusbrief nicht auf den Apostel Jakobus zurückgeführt werden kann, denn der Apostel Jakobus erlitt im Jahre 62 den Märtyrertod, der Brief ist aber erst gegen Ende des 1. Jahrhunderts entstanden. Zwar wurde der Text der Einheitsübersetzung von zahlreichen Bischöfen und Wissenschaftlern des deutschsprachigen Raumes unterzeichnet, die Aussagen des Konzils v. Trient auch hinsichtlich des Verfassers des Jakobusbriefes werden trotzdem aufrecht erhalten.

2. Laut Jakobusbrief hängt der Heilungserfolg auch vom Gebet und vom Bekennen (Vergeben) der Sünden ab (Jak 5,14-16), denn nach der weitverbreiteten Auffassung unter den Juden ist die Krankheit (ist Leid) eine Folge der eigenen Sünden (vgl. Joh 9,2).

Der Verfasser des Jakobusbriefes kann daher nicht der gleichnamige Apostel sein, denn sonst wüsste er von der Heilung des Blindgeborenen (Joh 9,2 ff) der nach Jesu Worten nicht gesündigt hat. Trotzdem darf an dem Konzilsbeschluss nicht gerüttelt werden, damit der besondere Charakter dieses „Kontra-Reformations-Konzils“ von Trient und dessen Glaubhaftigkeit nicht darunter leiden, denn die Männer dieses Konzils konnten sich nicht täuschen.

3. Nach der Formulierung von Vers 16 aaO muss man annehmen, dass durch das Bekennen der Sünden und das Gebet füreinander die Sünden vergeben werden, also nicht durch die Salbung mit Öl (die letzte „Ölung“).

4. Auf dem Konzil von Trient wurde auch darüber diskutiert, ob neben den Priestern auch die Bischöfe „die letzte Ölung“ spenden dürfen, was bejaht worden ist. In den Konzilsdokumenten wurden aber ohne Beratung und Begründung sondern aufgrund einer Intervention einer kleinen Gruppe von Priestern (vielleicht in Hinblick auf den Zölibat!) zusätzlich aufgenommen, dass Diakone dieses Sakrament nicht spenden dürfen. Bis dahin stand nicht in Abrede, dass Diakone dieses Sakrament spenden dürfen. Aus dem Lukasevangelium geht hervor, dass Jesus den Auftrag, Kranke zu heilen, nicht nur den Aposteln erteilt hat(Lk 9,1), sondern auch den zweiundsiebzig anderen Jüngern (Lk 10,1 ff), die keine Priester waren. Obwohl da offensichtlich etwas schief gelaufen ist, wird trotz Priestermangel (das Heil des Menschen außer acht lassend) und in Abweichung vom Beispiel Jesu nach wie vor an dem Konzilsdokument festgehalten.

5. Doch damit nicht weiter über die Spendung der Krankensalbung recherchiert und diskutiert wird (was offensichtlich den Interessen des Vatikans zuwider läuft), hat Kardinal Ratzinger dazu im Jahre 2005 ein „definitiva tenda“ (diese Lehre ist definitiv) – „basta!“ – verfügt. Dabei zitiert er später als Papst Benedikt XVI. in SACRAMENTUM CARITAS den hl. Augustinus: „Wonach verlangt die Seele denn brennender als nach der Wahrheit.“ Tut das nicht weh?!

 

Die Hoffnung auf Rettung für ungetauft gestorbene Kinder

Von "Besonderen" immer wieder etwas Besonderes

 

Eine Anmerkung zu einer interessanten Erkenntnis namhafter Theologen bezüglich des Geschicks der ungetauft gestorbenen Kinder:

Laut SPIEGEL ONLINE v. 20.04.2007 hatte sich seit November 2005 eine theologische Expertenkommission mit dem Geschick ungetauft verstorbener Kinder befasst. Das Ergebnis war zu erwarten, denn Kardinal Joseph Ratzinger, Vorsitzender dieser Kommission, hatte bereits vor seiner Wahl zum Papst die Vorhölle als "nur eine theologische Hypothese" bezeichnet und empfohlen, den Glauben daran abzulehnen. Die Internationale Theologische Kommission hat die Frage des Geschicks der ungetauften Kinder untersucht und dabei u. a. zu erkennen gegeben, dass für das ungetauft gestorbene Kind auch keine „Begierde-taufe“ infrage kommt, da es diesem Kind hierfür noch an der notwendigen Vernunft mangelt. In logischer Konsequenz muss man wohl daraus folgern, dass demnach alle vollzogenen Taufen von Säuglingen und Kleinkindern ungültig sind, denn auch jene getauften Kinder konnten sich auf Grund eigener Vernunft nicht für die Taufe entscheiden. Wenn aber für die vollzogene Taufe die Begierde der Eltern als Vertreter des unmündigen Kindes gereicht hat, warum sollte dann diese Begierde der Eltern (als Vertreter des Kindes) für die Begierde-taufe des Kindes, das vor der Taufe mit Wasser verstorben ist, nicht reichen, wenn der Glaube, wie Papst Benedikt XVI. an anderer Stelle behauptet, auch eine Sache der Vernunft ist?! Wenn es schon das Recht und die Pflicht der Eltern ist, für das ganzheitliche Wohl (Leib, Seele, Geist) ihres Kindes zu sorgen, dann wird Gott wohl auch die Begierde der Eltern nach Taufe ihres Kindes (da sie das unmündige Kind vertreten und somit Vormund sind und an Kindesstatt handeln) gelten lassen, auch wenn es wegen widriger Umstände nicht mehr dazu gekommen ist. Dass hochkarätige Experten (Theologen) nicht zu dieser Auffassung gelangen ist schon sehr verwunderlich, aber angesichts der Meinung des Papstes (B.) vielleicht auch nicht. Ganz abgesehen davon: Warum überlässt man die Entscheidung über das Seelenheil der ungetauften Kinder nicht allein der Barmherzigkeit Gottes sondern wirft durch neue „Erkenntnisse“ neue Fragen auf? Haben die hochkarätigen Wissenschaftler der Kirche keine wichtigeren Aufgaben, als solchen hypothetischen Fragen nachzugehen? Oder musste sich die Expertenkommission beweisen, dass sie doch etwas Ganz-Besonderes ist?

 

 

Narzisstische Besonderheiten bei der Feier der heiligen Eucharistie

Je mehr Kreuzzeichen, um so frommer der Priester

 

Vorweg zum besseren Verständnis:

Wenn Eltern ihren Kindern mit dem Daumen ein Kreuzzeichen auf deren Stirn zeichnen, dann wird dadurch nach katholischem Verständnis das Kind gesegnet.

Wenn ein Diakon vor versammelter Gemeinde mit der Monstranz das Kreuzzeichen macht, wird die Gemeinde dadurch gesegnet. Nun ist auch heute noch zu beobachten, dass Priester (und nicht nur betagte) vor der Kommunion mit der konsekrierten Hostie (Leib des Herrn) über dem Kelch mit Blut des Herrn ein Kreuz zeichnen. Nach katholischer Lehre ist Jesus Christus in jeder der beiden Gestalten ganz gegenwärtig. Der Priester segnet also Christus mit Christus – der Mensch segnet Gott mit Gott.

Bedarf der alles umfassende und doch unfassbare, unübertreffliche Gott des Segens, der Gnadenvermittlung, durch Menschen? Steht jener Priester über Gott? Kann der Priester Gott noch Gnaden vermitteln und falls ja von wem? Grenzt dieses Handeln, das besonders von konservativen Geistlichen (manchmal auch nur gehorsamen Geistlichen) gepflegt wird, nicht an Häresie? Ober blockieren auch hier Tradition und narzisstischer Größenwahn, ein ganz besonderer Priester zu sein, die Vernunft? Andere meinen offensichtlich, ihre Besonderheit dadurch outen zu müssen, dass sie bei der Feier von Tod und Auferstehung Christi den Gottesdiestbesuchern einen blöden Witz als Dessert zur Kommunion präsentieren müssen. Schade, dass man jenen nie zu verstehen gab, dass das Salz in der Suppe erst wirkt, wenn man es nicht mehr sieht. Narzissten denken eben anders.

 

 

Resümee:

Der Narzissmus ist ein wesentliches Hindernis für eine erfolgreiche Kirche

 

Wie soll die Arbeit der Berufenen von Erfolg gekrönt sein, wenn der Größenwahn, die Überheblichkeit, die Geltungssucht, die Unehrlichkeit gefördert wird, der Narzissmus weiterhin gepflegt wird, anstatt ihn zu bekämpfen?!

Wie soll die Kirche glaubhafter werden, solange man an evangeliumfremden Verhaltensweisen festhält? Erwarten die Hirten der Kirche hierzu den Segen Gottes?

Was helfen die großen akademischen Titel jener, die sich für etwas Besonderes halten? Sagt Gott nicht, dass er die Stolzen fallen lässt?! Nicht durch akademische Titel oder zahlreiche schlaue Bücher von Männern der Kirche werden Fortschritte erzielt, sondern durch eine evangeliumkonforme Lebensweise.

Was nützt der Hinweis auf die Aussage kirchlicher Persönlichkeiten, solange man nicht in deren Herz schauen kann, solange man nicht mit Sicherheit sagen kann, was jene zu dieser oder jener Erklärung wirklich bewogen hat? Man kann für manchen Schwachsinn eine plausible Begründung konstruieren.

Darum: Zurück zu den Anfängen der Kirche. Priorität muss das Evangelium haben und nicht davon abweichende später entstandene Traditionen. Deshalb muss es gestattet sein, die eine oder andere Aussage auch von hochkarätigen

Persönlichkeiten der Kirche vor allem im Hinblick auf Gottes Wort und Willen immer wieder neu zu überdenken.

„Wonach verlangt die Seele denn brennender als nach der Wahrheit.“ Ein „Basta“ dient der Wahrheitsfindung nicht, wohl aber der Bequemlichkeit müder Herren.

Lieber eine lebendige Kirche, „eine Kirche mit Ecken und Kannten“, als eine Kirche müder Veteranen. Die Kirche wird wegen ihres Ringens um die Wahrheit nicht untergehen. Vor allem braucht Gott nicht den Teufel mit seinen Halb- und Unwahrheiten damit sein Werk (die Kirche) überleben kann (sonst wäre er nicht das, was er verspricht). Wer aber an Halb- und Unwahrheiten aus narzisstischen Gründen festhält, offenbart seine Glauben an und sein Vertrauen in Gottes Wort sowie seine Angst vor der Wahrheit. Ganz abgesehen davon sind lebendige Diskussionen im Ringen um die Wahrheit auch ein Weg (unter vielen) in einer gottfernen Welt, Gott in dieser Welt immer wieder ins Gespräch zu bringen. Nie wurde z. B. über die Bedeutung des Kreuzes im demokratischen Deutschland soviel diskutiert, als zu der Zeit, als man das Kreuz wegen eines Gerichtsurteils aus öffentlichen Gebäuden entfernen wollte (z. T. hatte).

Nicht „unsere Zeit“, unsere Welt, oder die „bösen“ Journalisten (und sonstige Ausreden) sind das Hauptübel für die Kirche, sondern die mangelnde Bereitschaft, Verirrungen zu benennen und zu beseitigen.

Papst Franziskus hat nicht unrecht, wenn er die Krankheiten des Klerus anprangert und an erster Stelle den dort vorhandenen Narzissmus beklagt. Solange aber die federführenden Leute der Katholischen Kirche der Überzeugung sind, dass sie hinsichtlich der Eignung von Männern für den Dienst als Priester die Vorgaben Jesu Christi bei der Auswahl seiner Apostel übertreffen und deshalb am (Bedingungs-)Zölibat festhalten müssen, wird der Narzissmus in dieser Kirche weiter blühen; denn die Schmackhaftmachung des Zölibats durch Förderung der Selbstverliebtheit bleibt nicht ohne Folgen. Die Geister, die ich rief … (Den Narzissmus, den ich förderte …).

Der Narzissmus ist auch keine Erscheinung unserer Zeit. In der Vergangenheit war der Narzissmus auf keinen Fall geringer, aber das Fußvolk ängstlicher und dadurch kirchentreuer (wenn man die Reformationszeit mit ihren wahren Ursachen außeracht lässt).

Was nutzt aber die Erkenntnis des Papstes,

„Eine Kurie, die nicht zur Selbstkritik fähig ist, die sich nicht erneuert, die nicht versucht sich zu verbessern, ist ein kranker Leib. Dies ist die Krankheit derer, die sich in Herren verwandelten, um sich über allen und nicht im Dienst aller fühlten. Diese Krankheit entstamme oft der Pathologie der Macht, dem Komplex, sich erwählt zu fühlen, dem Narzissmus.“,

solange man nicht die wahren Ursachen beseitigt.

Dieser Narzissmus ist Gift für die geistige Nahrung der Christen, für die Glaubwürdigkeit des Evangeliums.

Der Narzisst bezeugt durch sein Verhalten das Gegenteil der von ihm verkündeten Frohbotschaft.

Durch Kirchenaustritte werden sich die geschilderten Probleme nicht verändern, denn Narzissten werden darin kein Verschulden ihrerseits erkennen. Es gilt nach Wirkungsvollerem zu suchen!

 

Johannes Baptista

 

 

      NS. Mit dem nachstehenden E-Mailvordruck können Sie mir gerne Ihre Meinung dazu mailen.

 

 

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